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Pfarrgemeinde Mittelstetten

 

Pfarrei

Kirchenführer St. Silvester Mittelstetten

zusammengestellt von Kirchenpfleger Leonhard Bachmeir / 2006

 

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Ort Mittelstetten:
ist im 12. u. 13. Jahrhundert Lehenträger des herzoglichen Grafen v. Dachau. Ministerialengeschlecht u. verschiedene klösterliche Zehntherren. „Im Auftrag v. Papst Bonifaz IX. einverleibte der Augsburger Bischof Burkard der Zisterzienserabtei Fürstenfeld mehrere Pfarreien im Augsburger und 1391 Freisinger Bistum“. Darunter auch Mittelstetten.
1395 vertauschte Fürstenfeld dann hiesige Gründe zur Erreichung des Pfarrrechts für ihr Leonhardspatronat Inchenhofen, behielt aber unter anderem die Mühle und den Ziegelstadel. Hofmarkinhaber wurde im 16. Jahrhundert Graf Hundt v. Lauterbach. Baron Ruffini (Lotzbeck) v. Weyhern. 1792 verkaufte dieser seinen Anteil an den Kurfürsten. 1805 Damals, als Napoleon in Augsburg war und unser Gebiet ausplünderte, entstand die Gemeinde Mittelstetten. 1859 Pfarrei „Müttelstetten“, Patronat Seine Majestät der König (vormals die Freiherren von Ruffini zu Weyhern). Mittelstetten hatte 35 Häuser (5 Bauernhöfe, die übrigen Gütler u. Häusler) mit 224 Seelen.



Pfarrgeschichte:
Der Ort erscheint im 12. Jahrhundert das erste Mal, als ein Prädium zu Muotelsteten an St. Ulrich in Augsburg geschenkt wird. Das Salbuch dieses Klosters von 1404 führt zwei dahin grundbare Huben zu Mittelstetten auf; höchstwahrscheinlich sind auch „dez-selben gotzhuses zehen erblehen, din ze Mittelstetten gelegen sint,“ in der Urkunde vom 10. Oktober 1382 auf unser Müttelstetten, nicht auf den gleichnamigen Ort in Schwaben bei Schwabmünchen, zu beziehen. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts zeugen Otto und Berchtold de Mu-telsteten für Kloster Schäftlarn, und vermutlich gehören auch jene Otto, Burkhart und Tophe milites in Muotelinsteten, welche um 1200 für Kloster Benediktbeuren als Zeugen auftreten, unserem Orte an. Wie bereits erwähnt, besaßen das Präsentationsrecht zur Pfarrei die Hofmarksherrn v. Lauterbach, also vom 16. Jahrhundert an die Frei-herren u. Grafen Hundt. Klemens Joseph Graf Hundt überließ am 1. Nov. 1724 dieses Recht auf dem Wege freier Schenkung seinen Freund und Nachbarn, den Freiherrn Johann Bapt. Ruffini zu Egenhofen u. Weihern, und an dessen Erben, wozu Bischof Alexander Sigmund am 20. Dez. 1724 die Zustimmung erteilte.

Im Amtsblatt v. 1862 steht:
Auf dem alten Sattelthurme hängen 2 Glocken. Gestiftet aus Jahrtagen u. Messen. Beide goss J.M. Langenegger zu München 1708.

Der Turm und der Chorraum weisen in die Gotik (1250 – 1500). Nach der Brandschatzung durch die Engländer im Jahre 1704 (im spanischen Erbfolgekrieg), wurde die Kirche barock ausgestaltet. Aus dieser Zeit sind noch das Hochaltarbild mit der ältesten Ansicht von Mittelstetten und das Gemälde über dem Chorbogen erhalten geblieben. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Pfarr-kirche zu klein. Deshalb wurde das Kirchenschiff um eine Fensterachse nach hinten verlängert.

Im Jahre 1895 wurde die gesamte Kirche im neugotischen Stil ausgemalt und mit neuen Altären im selben Stil ausgestattet. Diese neugotische Gestaltung ging bei zwei Renovierungen in der 1. Hälfte des 20.  Jahrhunderts teilweise wieder verloren. Erst bei der grundlegenden Sanierung in den Jahren 1983 – 88 wurde die neugotische Fassung von 1895 wieder hergestellt. In der heutigen Form ist unsere Pfarrkirche eines der am besten erhaltenen Zeugnisse neugotischer Baukunst im Lkr. Fürstenfeldbruck, ja sogar in ganz Bayern.

Pfarrhof:
Der Pfarrhof, nahe der Kirche, war im Jhr. 1698 neu gebaut worden, aber schon im Jhr. 1704, beim Einfallen der Engländer u. Holländer, brannte er ab und wurde dann in seiner gegenwärtigen Gestalt wieder neu errichtet.

Leichenhaus:
Das Leichenhaus wurde 1957 von der Gemeinde für 10.000 DM = 5113 Euro gebaut.

Friedhof:
Wer die Pfarrkirche Mittelstetten betreten will, muss durch den Friedhof gehen, wird also zunächst an die Vergänglichkeit alles Irdischen gemahnt. Inmitten des Vergänglichen aber, erhebt sich die Kirche als Ort, der an das Bleibende erinnert, als Fels mitten im Strom der dahinfließenden Zeit, mitten im Kommen und Gehen der Menschen. Dieser Friedhof, umrandet mit einer neuen, massiven Mauer, wurde 2002 zur Verwaltung an die Gemeinde übergeben.

Hl. Johannes Nepomuk:
Patron der Flößer, Müller, Schiffer, Brücken, Priester u. Beichtväter, geboren um 1340 in Pomuk bei Pilsen, wurde gefesselt von der Prager Brücke in die Moldau gestürzt und ertränkt. Dies geschah in der Nacht zum 20. März 1393 auf Befehl König Wenzels IV. Bei Sargöffnung 1719 war die Zunge unverwest. 1729 Heiligsprechung. Festtag ist der 16. Mai.

Glocken:
Heute sind drei Glocken auf dem Glockenturm: Die größte mit 16 Zentner Gewicht ist der Hl. Maria geweiht und wurde 1950 gegossen. Die mittlere Glocke wiegt 12 Zentner und klingt für den Hl. Silvester, gegossen 1949. Die kleine Glocke mit der Inschrift „Den Menschen ein Wohlklang“ mit 8 Zentnern wurde auch 1949 gegossen und ist dem Hl. Josef geweiht.

Kirchenmaße:
24m lang, 8 m breit, Turmhöhe 20,5 m

Kirche:
Der erste Blick in die Kirche löst bei den Besuchern offenbar zwiespältige Gefühle aus. Wer zu Hause eine nüchtern graue oder zumindest recht kahle Betonkirche der letzten Jahrzehnte erlebt, ist angenehm berührt von der Fülle der Farben und von der heimeligen Atmosphäre dieses Gotteshauses. Wer sich dagegen an eine Barockkirche gewöhnt hat, der fühlt sich von der Farbenvielfalt, die das helle Weiß ganz verdrängt hat, fast erdrückt.
Man hat Neugotik bis in unsere Zeit nicht als ebenbürtige Kunst neben den anderen großen Kunstepochen gelten lassen, wohl auch deshalb, weil ihr die großen Ideen fehlten, die den Raum als Ganzes prägten, vom Gemälde bis zur Ausstattung.
Dennoch soll hier versucht werden, die beherrschenden Farben und Formen auf ihre Aussage hin zu beleuchten. Im Kirchenschiff herrscht die braune Farbe vor. Ein heller Beige-Ton überzieht die Wände und die Decke. Braun, das ist die Farbe der Erde, des Ackerbodens, den die Bewohner von Mittelstetten jahrhundertelang bear-beitet haben, von dem sie gelebt haben. Von den Sorgen um das Irdische ist der Mensch umfangen, ein Leben lang. Nach dem Schöpfungsbericht der Bibel ist der Mensch von der Erde genommen – ganz irden – und er kehrt am Ende zur Erde zurück. Das Irdische hält den Menschen zuweilen ganz gefangen. So wirken die in dunklem Braun aufgemalten Rechtecke wie die Gitterstäbe eines Gefängnisses. Der zuerst noch weite Raum wirkt auf einmal ganz beengt. Eine trostlose Situation, wenn es da nicht Ausblicke gäbe. Und die gibt es in den hellen Fenstern zu beiden Seiten des Kirchenschiffes. Die Leibungen der Fenster sind in Blau gehalten. Blau ist seit alter Zeit die Farbe des Glaubens. Der Glaube ist es also, der das Gefängnis des Irdischen aufbricht, durch den das Licht Gottes in das Dunkel unseres Daseins fällt.

Fenster:
Die Glasfenster stammen alle aus der „königlich bayerischen Hofglasmalerei“ von Franz Xaver Zettler in München.
Das Mittelfenster im Chorraum zeigt den Hl. Papst Silvester. Darunter erinnert ein Medaillon mit Inschrift an die Renovierung von 1895 – 97. Das linke Fenster stellt den Hl. Sebastian dar. Er, der Patron der Soldaten u. Schützen, ist auch der Kirchenpatron unserer Filialkirche in Oberdorf. Sebastian wurde von Kaiser Diokletian zum Tode durch Erschießen verurteilt. Dies wurde durch numidische Bogenschützen vollstreckt. Er überlebte. Als er erneut festgenommen wurde, knüppelte man ihn zu Tode.
Im rechten Fenster ist der Hl. Stephanus zu sehen. Er war der 1. Zeuge für Christus, der den Martertod auf sich nahm. Er war ein jüdischer Christ und lebte in Jerusalem. Die junge Christengemeinde ernannte ihn zum Diakon. Nach einem Wortstreit mit dem hohen jüdischen Rat, trieb man ihn zur Stadt hinaus und steinigte ihn. Dies ereignete sich 7 Monate nach Christi Himmelfahrt. Stephanus wird als Diakon mit Palme und Steinen dargestellt. Sein Fest wird seit 380 am 2. Weihnachtstag begangen.

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Rechtes Seitenfenster im Chorraum:
Hl. Hubertus, dargestellt mit Flügel, Horn u. 3 Hunden an der Leine. Seit dem 11. Jhrh. Patron der Jäger, Forstleute, Schützenvereine.

Hubertus war Bischof von Tongern – Maastricht. Er starb am 30. Mai 727, sein Gedenktag ist der 3. November.

2. Fenster rechts zeigt die Hl. Justina, mit Einhorn ( Symbol der Jungfräulichkeit). Justina wurde durch Kaiser Diokletian zusammen mit dem Hl. Cyprean 304 zum Tode durch Enthaupten verurteilt.

Kirchenschiff-Fenster:
1. rechts: Vom gekreuzigten Lamm Gottes fließen Ströme des Lebens. Tauben als Zeichen der Hoffnung.
2. rechts: aus dem A.T. Jonas, der vom Walfisch verschluckt wurde. Jonas sollte im Auftrag Gottes nach Ninive fahren, nahm aber ein Schiff in entgegengesetze Richtung. Gott schickte Sturm, Jonas fiel ins Meer. Ein Walfisch verschluckte Jonas. 3 Tage und Nächte verbrachte er im Bauch des Wales. Dann spuckte dieser ihn in der Nähe von Ninive aus. Die Zeichen bedeuten Christus, Anfang und Ende, Anker als Zeichen der Hoffnung.
3. rechts: Brotvermehrung. Speisung der 5000 mit 3 Fischen u. 5 Broten am See Genezareth.
4. rechts: Lamm – Christus, wer an mich glaubt, wird leben in Ewigkeit. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich Taube – Hoffnung, hl. Geist Schlüssel – Einlass ins Himmelreich
4. links: griechische Zeichen für Christus. Ich bin der Anfang und das Ende, Pfau als Zeichen der Überheblichkeit und des Hochmuts; Gott auf Erden, umgeben von Ablehnung und Hochmut.
3. links: Brunnen, Tauben, aus dem Brunnen wächst ein Baum in Kreuzform: Der gekreuzigte Christus, die Quelle und die Hoffnung des Lebens.
2. links: Schiff, Arche, Taube mit Olivenzweig – Zeichen der Rettung, Pfeile – Neue Beziehung zu Gott, Krüge mit Wein u. Wasser. Eine Taube bringt Noah einen Olivenzweig als Zeichen der Rettung. Die Pfeile symbolisieren eine neue Beziehung zu Gott und der geretteten Christenschar
1. links Taube – Frieden, Hoffnung, heiliger Geist, Myrtenkranz als Zeichen des ewigen Lebens.

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Bemerkenswert ist, dass jedes Fenster von Hoffnung spricht. Hilfe kommt, wenn man „ins Licht geht“. Um die Fensteröffnungen ranken sich zarte Pflänzchen mit kleinen, roten Knospen. Grün ist – das weiß jedes Kind – die Farbe der Hoffnung und Rot die Farbe der Liebe. Wenn wir Glauben haben, wächst in uns die Hoffnung. Mangelnder Glaube erstickt die Hoffnung, sowie in einem völlig dunklen Raum jedes Leben abstirbt. Die vielen hoffnungslos durch unsere Zeit eilenden Menschen, sind ein Hinweis auf den Glaubensschwund unserer Zeit. Glaube und Hoffnung sind aber nicht nur Gefühle. Sie müssen fruchtbar werden in Werken der Liebe. Der Apostel Jakobus sagt deshalb zu Recht:“ Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke“ (Jak. 2,18). Unsere Werke der Liebe nehmen sich freilich bescheiden aus gegen jene Liebe, die uns in Jesus Christus begegnet. Darum ist der Hochaltar ganz in Rot gehalten.

Hochaltar:
1895 gebaut wie die Seitenaltäre und Kanzel von Meister Kopp München.

Flügelbild links: Geburt Jesu
Flügelbild links innen: Auferstehung Jesu - zu beachten, der Blick nach oben zu Gott
Flügelbild rechts innen: Christi Himmelfahrt - hier der Blick segnend nach unten zu uns Menschen
Flügelbild rechts: Sendung des hl. Geistes
Figur links: Johannes d. Täufer
Figur rechts: Moses mit den 10 Geboten
Flügelbild links: Jesus am Ölberg
Flügelbild rechts: Nach der Kreuzabnahme

Die Flügelbilder anschließend am Tabernakel sind aufwändig plastisch gefertigt, die Außenflügel, auf Klappläden, gemalt.

Darstellung links unten: Die Opferung Isaaks durch Abraham
Darstellung rechts unten: König Melchisedech opfert Brot und Wein zu Ehren Gottes, als Dank für Gottes Hilfe durch Abraham.

Wie wir bemerkt haben, stellen die Flügelbilder das Neue, der Sockel das Alte Testament dar.

Reliquiare:
Als im Jahre 2005 der Pfarrer und der Kirchenpfleger im Turm nach alten Messgewändern suchten, fielen ihnen zwei Anberührungs-Reliquien in die Hände. Es handelt sich um eine Hand, anberührt an der Mutter Anna zu Wien und einem Nagel, anberührt an verschiedenen Heiligen. Beim Öffnen der neugotisch eingefassten Reliquien kam die ursprünglich barocke Fassung zu Tage. Offensichtlich dann im Jahre 1901 durch eine Klosterarbeit in die heutige Form und Aussehen gebracht. Die doch enorme Beschädigungen und Fehlteile konnten durch Leonhard Bachmeir in aufwändiger Klein- und Schnitzarbeit ergänzt und restauriert werden. Seit Allerheiligen 2005 zieren sie wieder unseren Hochaltar.

Beichtstuhl:
Nicht weil wir das Bußsakrament verstecken wollen, sondern aus Platzgründen befindet sich der Beichtstuhl jetzt hinter dem Hochaltar. Der ursprüngliche, gotische Beichtstuhl wurde bei der Renovierung nicht mehr in die Kirche integriert.

Chorraum:
Den Zugang zum Chorraum, in dem der Altar steht, gewährt der Chorbogen, der wie die Fenster durch die blaue Farbe besticht. An diesem Bogen selbst rankt sich ein Stamm, umgeben von grünem Blattwerk nach oben. Dürfen wir es so verstehen: In Glaube und Hoffnung strecken wir uns vom Irdischen aus ins Ewige.

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Aber wir sind bei diesem Bemühen nicht allein, und unsere Sehnsucht trifft nicht ins Leere. Die Heiligenfiguren in den Chorbogenlaibungen stellen den Hl. Antonius von Padua mit Jesuskind und Lilie, links und den Hl. Aloisius mit Kreuz, rechts, dar. Sie sind unsere Fürsprecher für unsere Anliegen bei Gott. Diese Figuren wurden nach mindestens 50 Jahren, in denen sie nicht in unserer Kirche waren, wieder restauriert und im Jahr 2004 an ihren angestammten Platz zurückgebracht. Das Blau im Chorbogen ist gleichsam umwunden vom Gold. Das Gold überspannt die Gurtbögen des Kirchenschiffes und an den Kreuzrippen des Chorraumes die ganze Kirche. Gold, das ist die Farbe des Göttlichen. Noch bevor wir uns überhaupt in Glaube, Hoffnung und Liebe ausstrecken nach Gott, kommt er uns entgegen. Unsere Sehnsucht trifft ihn und er streckt sich uns entgegen. Das Gold ist 24-kt. Blattgold. 1708 wurde dieser Bogen als Rundbogen gebaut. 1895 als Spitzbogen abgeändert. Die Deckenträger sind Gefache. Die Seitenwände hinter dem Hochaltar mit Arabeskenbemalung.
Der frühere Tabernakel dient zur Aufbewahrung der Öle. Auf der Türe wird Johannes der Täufer dargestellt (1985).
Der Hl. Silvester, Kirchenpatron, Patron der Haustiere, für ein gutes Futterjahr. Papst Silvester 314 – 335 wurde als 34. Papst gewählt. Er war ein geborener Römer und wird unter anderem auch mit einem Stier dargestellt, weil er der Legende nach einen solchen, den ein Zauberer getötet hatte um Gott herabzusetzen, in Jesu Namen wieder zum Leben erweckte.
Die EWIG – LICHT - Ampel wurde auf Weisung des Landesamtes f. Denkmalpflege 1985 wieder in die Kirche gebracht. Der Volksaltar, entworfen vom Diözesenbaumeister Erben wurde von Leonhard Bachmeir jun. 1988 gefertigt und am Patroziniumfest eingeweiht.
Die über Kreuz gestellten Säulen, die die quadratischen Altarplatte tragen, lassen den Eindruck einer gotischen Säulenreihe entstehen.

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Darstellungen vom Hochaltar:
Ihre Zahl (8) erinnert an die 8 Seligpreisungen, mit denen Jesus die Bergpredigt im Matthäus – Evangelium beginnt. Sie gilt als das Kernstück der Botschaft Jesu, dessen, was Jesu zu sagen hat. Und da ist es doch erstaunlich, dass er – im Gegensatz zu Johannes d. Täufer – nicht mit Forderungen beginnt, sondern mit Verheißungen und Zusagen, die das Zutrauen Gottes zum Menschen aussprechen. Diese Zuwendung Gottes begegnet uns jedes Mal, wenn wir zu diesem Tisch hintreten. Ein Opfer – Altar ist der Zelebrationsaltar auch deshalb, weil er aus den Opfern der alten und kranken Menschen bei der monatlichen Krankenkommunion finanziert wurde.
Der Ambo wurde 1988 entworfen und gefertigt von Leonhard Bachmeir jun. Dabei wurden vorhandene Formen und Materialien als Vorbild genommen. Männer und Frauen, die als Lektoren im Dienst der Verkündigung standen, haben die Kosten hierfür übernommen.
Für den Priestersitz und den Sitzgelegenheiten der Ministranten dienten die Wangen der Kirchenbänke als Vorlage. In gleicher Form wurde auch der Gabentisch gefertigt. Die Möblierung besteht, wie der Volksaltar, aus Eiche massiv.

Chorbogengemälde: barock
Mitte: Christus Pankreater – Herrscher des Himmels und der Erde.
Rechts davon Papst Silvester. Rechts davon Hl. Notburga (keine Märtyrerin), geb. um 1265 als Tochter eines Hutmachers, gest. am 14. Sept. 1313. Die hl. Notburga gehört zu den Nothelfern und ist Patronin aller Dienenden und der Arbeitsruhe, sie bewahrt vor Viehkrankheiten und allen Nöten der Landwirtschaft. Dargestellt wird die Heilige mit einer Sichel. Als der Bauer, bei dem sie arbeitete, an einem Samstagabend trotz Gebetläutens befahl weiterzuarbeiten, warf sie ihre Sichel, Gott um Rat fragend, in den Himmel. Zum Staunen aller blieb die Sichel in der Luft schweben. Von da an wagte der Bauer nicht mehr seine fromme Magd vom Gebet abzuhalten.

Der Hl. Leonhard, Patron der Gefangenen, des Viehs und Pferde, dargestellt mit zerbrochener Kette. Er lebte im 6. Jahrhundert, starb hoch betagt am 6. Nov. 559. Nach seiner Ausbildung zum Ritter, ließ er sich zum Priester weihen. Er lebte als Einsiedler.
Rechts zu sehen die Hl. Margareta von Cortona. Sie ist die Patronin der Büßer und Büßerinnen. Sie wurde 1247 im italienischen Laviano geboren. Dort geriet sie früh in schlechte Gesellschaft. 9 Jahre war sie die Geliebte eines Adeligen. Eines Tages geschah es, dass ihr Geliebter von einer Reise nicht zurückkehrte Er war von Räubern erschlagen worden. Drei Tage danach erschien sein Hund bei Margareta und zog sie am Kleide. Sie folgte dem Tier und fand schließlich ihren Geliebten. Jetzt gingen ihr die Augen auf. Sie wandte sich an die Franziskaner, die ihr zur Buße und Umkehr verhalfen. Nach 3 Jahren der Buße wurde sie in die Familia der Terziaren aufgenommen. Geschwächt durch ihre Bußübungen starb sie fünfzigjährig 1297. Dargestellt wird sie deshalb als Franziskanerterziarin mit einem Hund.
Links der Chorbogenmitte sieht man die Gottesmutter Maria.
Ganz links außen der Hl. Florian, Patron gegen Feuers- u. Wassergefahr. Der hl. Märtyrer soll deutscher Herkunft und in dem Dorf Zeiselmauer unweit Wiens geboren sein. Florian lebte als röm. Beamter unter Diokletian in St. Pölten. Er bekannte sich zum Christentum und wurde daraufhin gefoltert und im Jahr 304 mit einem Stein um den Hals in die Ems gestoßen.
Daneben kniet der hl. Bischof Narzissus. Er kam genau in diesem Jahr 304 nach Augsburg und gründete die 1. Christengemeinde in Augsburg. Er bekehrte auch die Hl. Afra, rechts davon zu sehen mit Märtyrerzweig und Fichtenzapfen dargestellt. Der Hl. Narzissus starb 307 durch das Schwert. Die Hl.Afra wurde auf dem Scheiterhaufen auf einer Insel im Lech verbrannt. Zusammen mit dem Hl. Ulrich ist die Hl. Afra Hauptpatronin von Augsburg.

Marienaltar:
Maria Himmelkönigin mit Jesuskind. Der Marienaltar hat denselben Aufbau wie der Josefsaltar: Untersatz, flacher Aufsatz, Tabernakel, Figuren-Aufsatz mit fest montierten Seitenflügeln und Fialenspitze. Unterschiede bei beiden Altären sind nur in farblichen und formalen Details, wie in Gittern, Schnitzwerk, Füllungen und Ornamentiks. Grundmaterial ist Fichten- u. Lindenholz, mit Steingrund und Lösche grundiert. An den Seitenflügeln ist in lateinischer Schrift das AVE MARIA zu lesen. Anhand des größeren Aufwandes beim Marienaltar ist deutlich erkennbar, wie sehr Maria in Bayern verehrt wird. Es ist auch in der heutigen Zeit noch deutlich zu spüren, besonders im Wonnemonat Mai, wie viele Menschen sich mit ihren Problemen und Anliegen an Maria wenden.

Josefsaltar:
Hl. Josef mit Lilie und Kirche dargestellt. Das Attribut des blühenden Stabes erklärt sich aus der legendären Überlieferung von seiner Verlobung mit Maria. Alle unverheirateten Männer des Stammes Davids sollten einen Stab zum Altar bringen. Der, dessen Stab blühe, solle mit Maria verlobt werden. Als Josef seinen Stab verbarg, weil er es unziemlich fand in seinem Alter Maria zum Weibe zu nehmen, ertönte eine Stimme: Der, der dieser Jungfrau würdig ist, hat seinen Stab nicht dargebracht. So ward Josef verraten. Als er nun seinen Stab vorzeigte, da blühte dieser und es war offenbar, dass Maria mit ihm verlobt sein solle. Linker Seitenflügel mit Spruchband „Gehe zu Josef“ A.T. Rechter Seitenflügel mit Spruchband „Vater des Sohnes, nicht der Natur nach“ und mit Zimmermannswerkzeug. Untersätze mit Kreuzfüllungen und Maßwerk.

Taufbrunnen:
Inschrift aus der Apostelgeschichte 2/38. „Petrus antwortete ihnen: Bekehrt euch, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung euerer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“.

Passionskreuz:
Gekreuzigter Jesus mit schmerzhafter Mutter Gottes. Der Schmerz Mariens ist ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Bei genauerem Hinsehen sind auch die Tränen um ihren gekreuzigten Sohn im Gesicht zu sehen.

Kanzel:
Die neugotische Kanzel stammt aus der selben Zeit wie die beiden Seitenaltäre: um 1895 (wahrscheinlich die gleiche Werkstatt – Meister Kopp, München?) Die Kanzel ist durchgängig aus Eiche gearbeitet und gliedert sich in Kanzelfuß, Treppe mit Geländer, Kanzelkorb und Baldachin mit Bekrönung. Vier vergoldete, symbolhafte Evangelistendarstellungen schmücken die Füllungen am Kanzelkorb. Matthäus – Mensch (Engel), Markus – Löwe, Lukas – Stier, Johannes – Adler, festgelegt nach den jeweiligen Anfangskapiteln der Evangelien.
Die Rückwand zwischen Kanzelkorb und Baldachin ist mit einem Spruchband bemalt, nach dem Lukasevangelium 11/21 „Selig sind, die das Wort Gottes hören und beachten!“(befolgen) Die Baldachindecke ist ausgeschmückt mit den Gaben des hl. Geistes: (Tugenden) Gottesfurcht, Frömmigkeit, Wissenschaft, Stärke, Rat, Verstand und Weisheit.

Barockes Hochaltarbild:
Es zeigt eines der ältesten Ansichten des Dorfes Mittelstetten, das durch den Hl. Silvester gesegnet wird.

Deckenbemalung:
Nachdem die Erstfassung dieser Bemalung durch die Renovierungen in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts grau übermalt wurde, konnte sie bei der Sanierung 1983 – 1988 nicht mehr freigelegt werden. Sie wurde aber originalgetreu wiederhergestellt. Eine Originalfassung ist noch links der Orgel zu sehen.

Empore:
Sie wurde 1895, bei der Erweiterung des Kirchenschiffes, eingebaut. Die Kassettenfüllung beinhaltet eine reichhaltige Bemalung, die jedoch übermalt wurde.

Orgel:
Die Orgel stammt aus der Fa. März in München und wurde 1903 gefertigt. Damals jedoch noch ohne Gebläsemotor; man musste noch „Orgeltreten“. Sie besaß bis 1983 ein pneumatisches Windladensystem m. stehenden Taschen, bestückt mit 5 Register im Manual und 1 Register im Pedal. Durch das hohe Alter und das Erhärten der Leder-Dichtungen und bewegten Teile kam es immer wieder zu Störungen. Deshalb beschloss man 1985 die Orgel durch eine mechanische Steuerung von Tasten und Register mit Pedalkoppel zu erneuern. Dabei wurde ein neuer Spieltisch mit einem Manual mit 54 Tonventilen, ein Pedal mit 27 Tonventilen eingebaut. Dazu 5 Register: Prinzipal 8’, Gedeckt 8’, Flöte 4‚ Oktav 4‚ im Manual, die 1990 durch Spillpfeife 2’, u. Mixtur 11/3 f’, erweitert wurde und Subbaß 16’, im Pedal. Die Holzpfeifen sind noch original von 1903. Die Orgelbank aus Esche massiv wurde passend zum Spieltisch und in Handarbeit vom Organisten Leonhard Bachmeir hergestellt und gestiftet.

Kreuzweg:
Der Kreuzweg ist eine schöne Darstellung, jedoch nicht sehr wertvoll, da es ein Druck ist.

(Quelle: Kirchenführer Mittelstetten)

Mesnerin

Huber Klara

Telefon: 08202 - 1081

Organist

Bachmeir Leonhard jun.

Telefon: 08202 - 8583

Kirchenpfleger

Bachmeir Leonhard jun.

Telefon: 08202 - 8583